Ärztliche Einschätzung zur Coronavirus-Pandemie

Vermutlich im November 2019 fiel in China eine neue ansteckende Erkrankung auf, welche später COVID-19 oder Wuhan-Pneumonie genannt wurde. Als Erreger wurde das Coronavirus SARSCoV2 identifiziert.

In der chinesischen Millionenstadt Wuhan brach Mitte Januar 2020 das Gesundheitssytem zusammen und tausende Menschen steckten sich an. Nun breitet sich das hochinfektiöse Virus SARSCoV2 weltweit weiter aus und hat mittlerweile eine Pandemie ausgelöst. China, Singapur und Taiwan schafften es durch sehr intensive Maßnahmen die schnelle weitere Ausbreitung einzudämmen.

Viele Experten (z.B. Prof. Kekulé, Universität Halle) raten dazu auch in Deutschland sofort alle Kitas und Schulen zu schließen, um katastrophale Folgen abzuwenden.

Das SARSCoV2-Coronavirus ist infektiöser als die meisten gewöhnlichen Keime. Die Ansteckung erfolgt vor allem über die Hände. Wenn ein infizierter Mensch, der nichts von seiner Infektion weiß, aber schon infektiös ist, in die Hand hustet und mit dieser Hand eine Türklinke anfasst, dann kann es ausreichen diese Türklinke zu berühren, um sich auch zu infizieren, wenn man nicht sofort nach der Berührung die Hände desinfiziert oder wäscht. Eine Übertragung kann durch den Mund, die Nase und die Augen erfolgen.

Das Virus löst meist nach wenigen Tagen Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Schnupfen und Husten, sowie in einzelnen Fällen auch Magen-Darm-Beschwerden, als erste Symptome der Krankheit COVID-19, aus. In vielen Fällen entwickelt sich die Krankheit mit Fieber, Immunungleichgewicht und zunehmenden Atemproblemen weiter. Spätestens dann ist es notwendig die richtigen Medikamente zu erhalten um den Verlauf abzuschwächen. COVID-19 ist eine sehr schwerwiegende Erkrankung mit einer hohen Sterberate im Bereich mehrerer Prozente, was bedeutet, dass es schlimmstenfalls zu mehreren Millionen Todesfällen allein in Deutschland kommen kann, wenn die Ausbreitung der Seuche nicht konsequenter als bisher eingedämmt wird. Andere Länder zeigen, dass die Seuche gestoppt werden kann. Eine weitere Ausbreitung muss auf jeden Fall gestoppt werden!

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Was kann man machen?

  1. #SocialDistancing – alle Kontakte, die nicht unbedingt erforderlich einstellen und so viel zu Hause bleiben wie möglich. Keine Veranstaltungen. Keine Versammlungen. Möglichst auch keine Freunde treffen. Die Schulen und Kindergärten sollten sofort schließen. Unterricht sollte per Internet erfolgen. Alle Tätigkeiten, die auf Home-Office umgestellt werden können sollten sofort umgestellt werden. Man sollte sich sehr gut überlegen, ob Arzttermin vor Ort wirklich unerlässlich ist, da in Wartezimmern das Ansteckungsrisiko wahrscheinlich erhöht ist.                                                                                                                                                                            . .             .
  2. #identification – je mehr Coronavirus-Tests durchgeführt werden, desto eher kann die Ausbreitung eingedämmt werden. Wenn man weiß, wer es hat, auch wenn noch keine Symptome bestehen, kann man besser bewirken, das die Infizierten weniger weitere Personen anstecken. Es sollte dringend niedrigschwellig, schon bei geringem Verdacht, getestet werden. Es bleibt zu hoffen, dass es bald möglich sein wird Schnelltests per Internet privat zu kaufen. Wenn die Infektion früh entdeckt wird ermöglicht dies auch eher früh mit antiviralen Therapien zu beginnen. Allgemein sind Medikamente bei akuten Viruserkrankungen umso wirksamer, je früher man sie einsetzt.                                                                                                                                                                                                                 .
  3. #isolation – Virusträger und Verdächtige müssen konsequent durch Quarantäne von Kontakten abgeriegelt werden, damit sie das Virus nicht weitergeben können. In China wird mittlerweile eine Quarantäne von mindestens 24 Tagen empfohlen, weil es vereinzelte Fälle mit einer sehr langen Inkubationszeit gibt. Wenn alle Menschen in Deutschland Atemschutzmasken tragen würden könnte man so die Übertragungsrate etwas senken, weil dadurch auch unentdeckte Infizierte eine Maske tragen, die das Risiko reduziert, dass sie andere anstecken.                                                                                                                                                                             .
  4. #desinfection – Hände desinfizieren nach jedem Fremdkörperkontakt (z.B. Türklinken, fremde Stifte, ect.) wäre ideal. Dazu muss man ein Fläschchen mit Handdesinfektionsmittel ständig bei sich führen. Hände Waschen ist auch sinnvoll, schützt aber leider nicht so gut, weil ja nicht neben jeder Türklinke ein Waschbecken steht. Handschuhe zu tragen kann in der Öffentlichkeit sinnvoll sein. Wer gegenüber Menschen mit Infektion oder Infektionsverdacht exponiert ist sollte unbedingt durch FFP-3 Mundschutz und Schutzbrille oder durch eine Gasmaske geschützt sein. Oberflächen die häufig berührt werden sollten regelmäßig, am besten stündlich, mit Flächendesinfektionsmittel abgewischt werden  Man sollte sich unbedingt angewöhnen sich nicht mehr ins Gesicht zu fassen, kein Augenreiben ect., da so das Virus schnell in die Augen geraten kann, wo eine Ansteckung erfolgen kann. Hustende und erkältete Menschen sollte man meiden (mehrere Meter Abstand halten).                                                                                                                                                                                                                                                                                                 .
  5. #preparedness – die politischen Strukturen sollten vorbereitet sein und z. B. dringend benötigte Medikamente und Schutzausrüstung vorausschauend in ausreichenden Mengen produzieren lassen. Dies ist leider bisher nicht geschehen. Es gibt wegen der Neuartigkeit des Erregers und der Seuche bisher keine zugelassenen Medikamente, aber man kann aus ersten Anwendungsbereichten doch einschätzen, dass z.B. das Medikament Remdesivir eine sehr gute Wirksamkeit, auch bei schweren Verläufen, zeigt und außerdem höchstwahrscheinlich bei präventiver Einnahme eine Ansteckung verhindern kann. Leider sind die Produktionskapazitäten für Remdesivir bisher sehr gering, weil das Medikament bisher nur für Forschungszwecke eingesetzt wurde. Es gibt auch andere vielversprechende medikamentöse Ansätze. Das Problem ist, dass die Seuche so schnell voranschreitet, dass nicht ausreichend Zeit für wissenschaftliche Studien über Verträglichkeit und Wirksamkeit bleibt. Man muss jetzt dringend sofort massenhaft Medikamente herstellen, von denen man annimmt, dass sie helfen können. Dies wäre Aufgabe der Politik. Dass die Gefahreneinstufung der obersten Seuchenschutzbehörde RKI immer noch bei “mässig” (Stand 10.03.2020) eingestuft bleibt ist nicht unbedingt ein Ausdruck ausreichender #preparedness in Deutschland. .                                                                                                                                                                                                                                                                    .

Bitte achten Sie vor allem darauf sich nicht anzustecken und im Zweifel auch andere nicht anzustecken. Insgesamt ist es sehr wichtig, dass jeder Einzelne versucht bei jeder Entscheidung immer die Option mit dem geringeren Infektionsrisiko zu wählen. Jede einzelne Verringerung der Ansteckungswahrscheinlichkeit addiert sich in der Gesamtheit und führt dazu, dass die Seuche sich insgesamt nicht so schnell ausbreitet. Jede Kleinigkeit zählt!

Peter Dirscherl